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Felix Brender 王哲謙

Consulting

Geschäftskultur China: Realitätscheck für Handel und Partnerschaften

By China, Chinesische Kultur, Interkulturelle Kommunikation

Geschäftskultur China wird gerade wieder als Chance diskutiert – befeuert durch neue Gesprächskanäle zwischen London und Peking und eine sichtbare Neujustierung zwischen den USA und Europa. Doch aus geopolitischem Wetter darf man keine operative Wettervorhersage machen: Für Unternehmen bedeutet das nicht automatisch „mehr Handel“, geschweige denn „einfacherer Handel“. Wenn überhaupt, dann wird Zusammenarbeit selektiver, kontrollierter und stärker von Risikoabwägungen geprägt sein.

Was ich in Projekten immer wieder sehe: Viele scheitern in China nicht am Produkt oder am Preis, sondern an Erwartungen. Tempo wird als Commitment gelesen, Höflichkeit als Zustimmung, und „China“ als homogener Markt behandelt. Gerade deshalb ist Geschäftskultur China weniger eine Frage von Etikette als von Denk- und Entscheidungslogiken: Wer entscheidet tatsächlich? Welche Rolle spielen Status und symbolischer Respekt? Welche Interessen liegen hinter scheinbar widersprüchlichen Signalen? Und wie verändert sich das Gegenüber, wenn andere Stakeholder (z.B. lokale Behörden, HQ, Partnernetzwerke) ins Spiel kommen?

Ein paar praktische Leitplanken helfen, weder in Alarmismus noch in Wunschdenken zu geraten: Erstens interne Vielfalt ernst nehmen (Regionen, Branchen, Unternehmensformen). Zweitens Verhandlungen als Prozess verstehen, nicht als lineare Agenda – inklusive Symbolik, Rollenbildern und „Gesicht“. Drittens Robustheit bauen: Compliance, IP, Lieferketten, Governance und klare Exit-Optionen gehören ebenso dazu wie Beziehungspflege. Viertens: Das eigene Auftreten prüfen – Fachlichkeit auf Augenhöhe, ohne belehrenden Ton, aber mit klaren Grenzen.

Dazu habe ich einen Reader geschrieben: „China verstehen: jenseits alter Mythen und westlicher Logik“. Er ist bewusst kein Benimmkatalog, sondern eine Orientierung für Entscheidungen unter Unsicherheit – und für Partnerschaften, die auch dann tragfähig sind, wenn die Rahmenbedingungen rauer werden.

Der vollständige Beitrag erscheint bei memocine: https://memocine.de/business-knigge-china/

Danke an Markus Lempa und das Team von memocine Future Engineers für das Vertrauen, die präzise Redaktion und den Anspruch, Komplexität nicht zu vereinfachen, sondern handhabbar zu machen.

Chinas Blauhelme im Südsudan: Diplomatie, Narrative und die Sprache der Glaubwürdigkeit | InOtherWords

By Afrika, China, Einblicke aus der Feldforschung, Interkulturelle Kommunikation, Narrative Strategie und Diplomatie

Chinesische Blauhelme und die Diplomatie der Anerkennung

Mein neuester Beitrag für das China Global South Project untersucht, wie Chinas Beitrag zu den Friedenseinsätzen der Vereinten Nationen dargestellt wird – nicht nur in dem, was die Soldatinnen und Soldaten tun, sondern auch darin, wie ihre Arbeit beschrieben und gewürdigt wird.
Am Beispiel der jüngsten Medaillenzeremonie des 11. chinesischen Infanteriebataillons in Südsudan zeige ich, wie Sprache zur diplomatischen Strategie wird: eine Erzählung, die weniger über den erreichten Frieden spricht als über das Bild, das China von sich selbst in der Welt entwirft.

Diese Spannung zwischen Realität und Kommunikation zieht sich wie ein roter Faden durch meine Arbeit. Seit einigen Jahren analysiere ich, wie sich Politik, Wahrnehmung und Narrative in Chinas Engagement im Globalen Süden überschneiden. Für das China Global South Project habe ich regelmäßig über Chinas Rolle in Ostafrika und im Nahen Osten geschrieben.

Dieser neue Beitrag knüpft an diese Arbeit an – und zugleich an meine wissenschaftlichen Wurzeln. Während meiner Promotion verbrachte ich längere Zeit in Juba und forschte innerhalb der chinesischen Gemeinschaft, um zu verstehen, wie Frieden und Sicherheit dort erlebt, diskutiert und interpretiert werden. Diese Erfahrungen prägen bis heute meinen Blick auf Sprache, Diplomatie und Glaubwürdigkeit in internationalen Kontexten.

Der Artikel erscheint in einer Phase zunehmender Unsicherheit: In Südsudan nehmen die Spannungen erneut zu. Im Norden eskaliert der Konflikt, während innenpolitische Auseinandersetzungen die fragile Stabilität des Landes auf die Probe stellen. Juba fühlt sich heute deutlich weniger sicher an als noch vor einigen Jahren – ein Anlass, erneut zu fragen, was „Friedenssicherung“ eigentlich bedeutet und wessen Geschichten sie erzählen.

Zum vollständigen Artikel auf dem China Global South Project

Foto: Mitglieder des chinesischen Friedensbataillons bei einer UN-Medaillenzeremonie in Juba, Südsudan (2017). Foto von Eric Kanalstein / UNMISS, lizenziert unter CC BY-NC-ND 2.0.

Verständnis des chinesischen Kalenders und des chinesischen Tierkreises

By Chinesische Kultur

As you might have read or seen on TV, the Chinese cultural sphere celebrated the Spring Festival, also known as Chinese New Year, in late January. You might also have seen that the lunar year that began on 28th January is known as the year of the rooster. If you have wondered about the story behind the Chinese zodiac, this TedEd video outlines perfectly how this cycle works, and also provides great insight into the traditional calendar still applied in the Chinese-speaking world and other countries such as Korea and Vietnam to date. Prior to adoption of the Gregorian calendar for official purposes, this calendar had been used for all occasions — which actually makes the work of historians even harder, as 60 years was the longest period of time that could be measured under this system: Once the 60 years were up, the cycle would restart at year 1. To make matters even more complicated, each new emperor ascending to the throne would announce a new era name — and the cycle would restart at 1, regardless of which year it had been. But that would be a story for another post.

 

Chinesisch essen in Deutschland

By Essen

Wenn Sie öfter mit Menschen mit Chinaerfahrung zu tun haben, oder sogar selber bereits im asiatischen Raum unterwegs waren, dann wird Ihnen dieses Problem nicht unbekannt sein: Das Essen selbst in einem nicht billigen Chinarestaurant in Deutschland mag einfach nicht so schmecken wie das, was man in Asien doch überall bekommen konnte. Tatsächlich ist es nicht einfach, authentisches chinesisches Essen in Deutschland zu finden, vielleicht gerade weil Migration aus dem chinesischen Raum nach Deutschland anders als z.B. in Großbritannien erst relativ spät seinen Anfang nahm.

In diesem sehr unterhaltsamen und kurzweiligen TedTalk nimmt Jennifer Lee das „chinesische“ Essen im Ausland unter die Lupe, und stellt dabei fest, dass verschiedene Länder ihre ganz eigene chinesische Küche haben, die immer auf örtliche Geschmäcker abgestimmt ist. Dabei zeigt sie auch auf, wie das Verständnis von dem, was Chinesen essen, die geschichtliche Entwicklung der chinesischen Minderheit in den USA widerspiegelt.

Aus eigener Erfahrung ist dies aber auch mit europäischem Essen in Asien der Fall. Und außerdem gibt es überall in Deutschland zunehmend gute chinesische Küche und sogar Restaurants, die sich auf eine der vielen Regionalküchen Chinas spezialisieren. Sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie Restaurantempfehlungen brauchen!